Drei Bundessieger aus der Region - Handwerkernachwuchs glänzte
Mit zweimal "Silber" und einmal "Bronze" beeindruckte der Handwerkernachwuchs des Kammerbereichs Trier beim Praktischen Leistungswettbewerb auf Bundesebene.
Seit nunmehr 50 Jahren messen sich die besten Gesellenprüflingen eines Jahrgangs auf Kammer-, Landes- und Bundesebene. Aus 120 Berufen kristallisiert sich so jährlich die Handwerks-Elite heraus. Mit den Jahren hat sich der Wettbewerb als Leistungsschau und Ideenschmiede des Handwerks etabliert. Mit ca. 300 Gesellen startete 1951 der erste Wettbewerb. Auch Teilnehmer aus dem Kammerbezirk Trier waren von Anfang an mit dabei.
Das weiß auch die Firma Kunst-Glaswerkstätte Kaschenbach aus Trier, denn bereits 1953 schaffte ein junger Glasergeselle den Landesieg und demonstrierte schon damals das hohe Ausbildungsniveau seines Lehrbetriebs. 17 weitere Sieger folgten, davon acht auf Bundesebene. Aus Longuich-Kirsch reiht sich in diesem Jahr Ramona Koch in diese Erfolgsgeschichte ein. Inspiriert vom eigenen Sternzeichen, fertigte sie als Gesellenstück einen "Skorpion" als Bleiverglasung und sicherte sich damit den zweiten Platz im bundesweiten "Wettbewerb der Besten". Nach Abschluss der Hauptschule begann die jetzt 19-jährige Glaserin ihre Ausbildung in der Firma Kaschenbach, wo sie nach der Gesellenprüfung auch übernommen wurde. Handwerklich geprägt wurde sie wohl vom Elternhaus: der Vater ist Maurer und die Mutter gelernte Konditorin. Sie träumt davon, einmal einen eigenen Betrieb zu führen und ihr Wissen an möglichst viele Jugendliche weiter zu geben. Man merkt es ihr an, dass sie mit "Leib und Seele" Glaserin ist.
Auch bei Augenoptikerin Sandra Herres spürt man die gleiche Begeisterung für ihren Beruf. Die Neunzehnjährige Gesellin aus Piesport belegte beim Bundesentscheid im brandenburgischen Rathenow den dritten Platz. Innerhalb von acht Stunden, so die Vorgabe, musste sie eine kindgerechte Brille entwerfen und selbst herstellen. Bewertet wurde vor alle die Alltagstauglichkeit und das kindgerechte Design. Mit ihrer Kinderbrille in Tulpenform gelang ihr eine phantasievolle Umsetzung und sie überzeugte damit die Jury. Sandra Herres entschied sich nach einer Berufsberatung beim Arbeitsamt für die Ausbildung zur Augenoptikerin. Um sicher zu gehen, ob der Beruf wirklich zu ihr passt, absolvierte sie vorab einige Praktika bei verschiedenen Augenoptikern. Ihre Lehre machte sie dann bei der Firam Fielmann in Wittlich. Auf dem Weg zum Siegertreppchen wurde die dritte Bundessiegerin auch sehr von ihrem Arbeitgeber gefördert. So konnte sie in einem dreiwöchigen Vorbereitungslehrgang in Hamburg ihre Kenntnisse noch vertiefen.
Den zweiten Platz auf Bundesebene belegte Offsetdrucker Timo Heck aus Speicher mit dem "Einrichten und Drucken einer mehrfarbigen Drucksache". Bei der heutigen Bilderflut in Werbe-Prospekten macht sich kaum jemand noch Gedanken über die Entstehung eines Bilddrucks. Eindrucksvoll stellte der 22 jährige Jung-Geselle diese Arbeit her, und gibt selbst "Nichtfachmännern" Gelegenheit, diese hochwertige, hand-werkliche Arbeit nachzuvollziehen. Sein Lehrmeister, Helmut Köhnen ist natürlich stolz auf dieses Ergebnis. Als Lehrlingswart für das "Graphische Gewerbe" im Kammerbezirk Trier, ist er überzeugt, das man Jugendliche mit engagierte Ausbildung noch motivieren kann. Zur Zeit leistet Timo Heck seinen Zivildienst bei den Barmherzigen Brüdern im Schönfelder Hof in Zemmer. Danach möchte er weiter Berufserfahrung sammeln, um darauf aufbauend, später seinen Drucker-Meister zu machen oder im Bereich Druck- und Medientechnik ein wei-terführendes Studium zu starten.
Hwk Trier/ Ansprechpartner: Karl-Heinz Schwall,
Tel. 0651/207-123
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