Über Bedarf ausbilden mit Geld vom "Bund"
Die Bundeswehr braucht dringend Fachkräfte und geht gemeinsam mit dem Handwerk neue Wege. Gefördert, mit dem "Schaumburger Modell", kann ein Betrieb über Bedarf ausbilden und dabei Geld verdienen.
Die berufliche Bildung von Soldaten ist seit Jahren ein festes Bindeglied zwischen Bundeswehr und Handwerk. Jetzt soll diese bewährte Zusammenarbeit erweitert werden, mit dem Ziel, früher als bisher, an die künftigen Zeitsoldaten heranzukommen. Wie das Handwerk, wirbt auch die Bundeswehr sehr früh in den Schulen, kann aber Interessenten nicht sofort einstellen. Sie muss warten, bis die Bewerber alt genug sind. Mit dem "Schaumburger Modell" ist eine Lösung gefunden, und die Wartezeit lässt sich im beiderseitigen Interesse nutzen. Und so funktioniert es: Hat ein Jugendlicher unter 18 Jahren, den Wunsch sich später einmal für mindestens 4 Jahre zu verpflichten, und es absehbar ist, das er die mittlere Reife erreichen wird, durchläuft er bei der Bundeswehr einen Eignungstest. Kommt von dort das grüne Licht, ist der Weg frei, und er kann eine Ausbildung machen. Mit dieser Ausbildung wird er später sofort als Stabsunteroffizier eingestellt. Der Anreiz für den Betrieb einen solchen Kandidaten über Bedarf auszubilden, liegt klar auf der Hand: Bekommt er doch durch die Laufzeit von 3 bzw. 3 ½ Jahren von der Bundeswehr monatlich 500,- DM als Zuschuss für seinen Lehrling. Den Ausbildungsvertrag schließt er wie bisher. Nur, dass er jetzt noch einen starken Partner im Rücken weiß.
Die Bundeswehr bevorzugt natürlich die Bereiche rund um die Elektrotechnik, Metallverarbeitung und kaufmännische Berufe, mit dem Schwerpunkt auf der Datenverarbeitung. Im Zweifelsfall sollte man beim Zentrum für Nachwuchsgewin-nung WEST in Saarlouis nachfragen. Interessenten für eine spätere Verpflichtung hat die Bundeswehr bereits, darum sucht man nun nach geeigneten Betrieben. Die Idee zu diesem Modell wurde übrigens im Landkreis Schaumburg (Niedersachsen) geboren, daher auch der Name. Dort stellte ein Großunternehmen 1997 der Bundeswehr einmal Ausbildungsplätze zur Verfügung. Daraus entwickelte sich der Gedanke, der bundesweiten Einführung zur Nachwuchsgewinnung. Fachkräftemangel macht auch nicht vor den Kasernentoren halt. Aber dieses Modell kann beiden Seiten nutzen, denn nach der Zeit beim "Bund" werden die Teilnehmer des "Schaumburger Modells" wieder vom Berufsförderungsdienst als gut ausgebildete Fachkräfte in das Zivilleben zurückgeführt.
Betriebe, die 2002 einen Ausbildungsplatz im Rahmen dieses Modells zur Verfügung stellen wollen, wenden sich bitte an
die Handwerkskammer Trier
Karl-Heinz Schwall
Tel.: 0651/ 207-123
oder
an die Wehrdienstberatung beim Kreiswehrersatzamt in Trier, Herr Ganz
Tel:0651/ 9129 4911
Herr Schons
Tel.: 0651/ 9129 4910
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