Endspurt: Noch 160 Tage bis zum Euro: Tipps für Handwerksbetriebe mit Ladengeschäft

Endspurt: Noch 160 Tage bis zum Euro: Tipps für Handwerksbetriebe mit Ladengeschäft

Jetzt gilt es. Noch knapp 160 Tage sind es bis zum Beginn der Doppelwährungsphase von €uro und DM. (vom 01.01. bis 28.02.2002.) Als Handwerksbetrieb mit Ladengeschäft (z.B. Bäcker, Metzger, Konditoren, Augenoptiker, Friseure, Kosmetiker, Schneider etc.), müssen Sie sich auf den gleichzeitigen Einsatz beider Währungen vorbereiten. Auch Ihr Verkaufspersonal muß geschult werden. Denn Ihre Kunden können bis Ende Februar mit DM bezahlen, sollten aber statt DM das Wechselgeld in Euro zurückerhalten. Dazu benötigen Sie allerdings in dieser Zeit zwei Kassen, eine DM-Einzugskasse und eine Euro-Kasse . Zusätzlicher Personal- und Sachaufwand ist also vorprogrammiert.
Deshalb empfiehlt Ihnen die Handwerkskammer Rheinhessen, in dieser Zeit als besonderen Kundenservice im Ladengeschäft einen kostenlosen Euro-Wechselschalter einzurichten werden, an dem Ihre Kunden - ohne Umweg über die Bank - kostenlos DM in Euro tauschen und dann an Ihren Kassen in Euro bezahlen können.

Mit dem Euro-Wechselservice vermeiden Sie zeitaufwendige Warteschlangen an den Verkaufskassen. Ihr Verkaufspersonal muss nur mit einer Währung rechnen, Sie brauchen dann keine zweite Kasse anzuschaffen und können die arbeitsintensive doppelte Preisauszeichnung an der Ware und am Regal vermeiden.

Welches Modell Sie für Ihren Handwerksbetrieb favorisieren, hängt von vielen Faktoren ab. Bei der Abwägung müssen Sie auch berücksichtigen, dass Sie für den Euro-Umtauschservice einen erheblichen Vorrat an Wechselgeld benötigen. Möglicherweise müssen wegen der größeren Bargeldvorräte zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen oder Versicherungsvereinbarungen getroffen werden.

Bestellen Sie möglichst bald eine Euro-Grundausstattung (sog. Firmen-Kit) bei Ihrer Hausbank. Die Höhe des Euro-Bedarfs richtet sich nach dem Erstausstattungsbedarf und dem notwendigen - nicht zu unterschätzenden - täglichen Wechselgeldbestand.

Für alle Waren gilt ab dem 01. Januar: die doppelte Preisauszeichnung ist Pflicht, da ab dann der Euro alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel ist. Sie können DM-Preise allenfalls ergänzend, z. B. aus Gründen der Preistransparenz, angeben. Ab dem 01. März allerdings muss die DM von Ihren Preisschildern ganz verschwinden.

Der Preisgestaltung kommt daher für den Wechselgeldbedarf in Ihrem Betrieb grosse Bedeutung zu. Wenn Sie die DM-Preise mit dem vorgeschriebenen Faktor korrekt umrechnen, kommen häufig "krumme" Euro-Preise heraus. Kunden, die nicht passend zahlen, müssen demnach etliche Euro-Münzen herausgegeben werden.

Der amtliche Umrechnungskurs (1 Euro = 1,95583 DM) ist immer sechsstellig und darf nicht gerundet oder gekürzt werden. Um von DM in Euro umzurechnen, teilt man den DM-Betrag durch den o.g. Umrechnungskurs. Um vom Euro in DM umzurechnen, multiplizieren Sie den Euro-Betrag mit dem Umrechnungskurs. Steht beim Ergebnis der Umrechnung an der dritten Stelle nach dem Komma eine Ziffer, die gleich oder größer 5 ist, wird aufgerundet - ist die dritte Stelle kleiner als 5, wird der Preis abgerundet.

Ein Beispiel:

4,99 DM : 1,95583 = 2,551346487 Euro
abgerundet: 2,55 Euro

2,55 Euro x 1,95583 = 4,9873665 DM
aufgerundet: 4,99 DM

Dieses Problem können Sie durch angemessene, stufenweise Preisanpassungen umgehen: nehmen Sie im Herbst 2001 ungerade DM-Preise in Kauf, um pünktlich zum Jahreswechsel auf glatte Euro-Preise umzustellen. Nachdem die meisten Verbraucher vereinfachend mit dem Umrechnungsverhältnis 1 : 2 rechnen werden, sind Preiserhöhungen gerade zum Umstellungstermin wenig vertrauensbildend.

Neben Preisschildern auf Warenetiketten, an der Ladentheke, am Verkaufsregal oder in Preislisten müssen Sie natürlich auch Registrierkassen und automatische Waagen auf den Euro umstellen.

€-Hotline - Ihre Ansprechpartnerin bei der Handwerkskammer Rheinhessen: Tel. (06131) 9992-39 Dipl.-Betriebswirtin (FH) Claudia Rörig-Paul

"Der €uro kommt auch zu Ihnen" - unter diesem Motto bietet die Handwerkskammer Rheinhessen am 20. August 2001 ein kostenloses Euro-Info-Seminar für alle Kammermitgliedsbetriebe durch. Anmeldung ab sofort unter der Rufnummer (06131) 9992-39.

Mainz, 16.07.2001

Der Euro-Zeitplan für das 2. Halbjahr 2001:

Samstag, 1. September 2001:
Beginn der Euro-Bargeldlieferungen: Banken und Unternehmen werden vorab mit Euro ausgestattet (sog. Frontloading)

Montag, 17. Dezember 2001:
Privatpersonen können für 20 DM Euro-Münzmischungen (sog. Starter-Kits" mit 20 Münzen) bei ihrer Bank kaufen - Wert: 10,23 Euro

Montag, 31.Dezember 2001:
"Bankenfeiertag". Keine Buchungen von (Bar-) Einzahlungen, aber verlängerte Öffnungszeiten

Dienstag, 1. Januar 2002:
Der Euro wird alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel, alle Konten werden automatisch auf Euro umgestelllt, an Geldautomaten gibt es erstmals Euro, alle Preise müssen in Euro ausgezeichnet sein

Montag, 11. Februar 2002:
letzter Termin für das erstmalige Ausfüllen der Lohnsteuernanmeldungen und der Meldungen an die Sozialversicherungsträger in Euro

Donnerstag, 28. Februar 2002:
Ende der Übergangszeit für DM-Bargeld. DM-Umtausch nur noch bei den Landeszentralbanken möglich, Preise sind nur noch in Euro auszuzeichnen

Sonntag, 31. März 2001:
Ende des kostenlosen Sortenumtauschs bei den Landeszentralbanken

Unbefristet: Umtausch von DM-Bargeld bei den Landeszentralbanken in unbegrenzter Höhe

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