Firma Munsch und die guten Ideen aus & mit Kunststoff
Aus Omas Stall in die weite Welt...
Mischt im Weltmarkt mit: Firma Munsch und die guten Ideen aus & mit Kunststoff
Manch gute Unternehmer-Story fängt in der Garage auf einem Hinterhof an. Beim Unternehmen Munsch aus Ransbach-Baumbach war es der Stall der Oma – gute Chancen für eine gute Unternehmer-Story also. Blickt man auf die fast 40-jährige Geschichte des Handwerksbetriebes werden diese Erwartungen mehr als erfüllt. Das 80 Mitarbeiter zählende Unternehmen, darunter fünf Lehrlinge, gehört weltweit zu den Top-Adressen, geht es um die Herstellung von Kunststoffpumpen und Spezialgeräten zur Kunststoffbearbeitung.
„Mittelstand heißt nicht Mittelmaß“ lautet die nüchtern klingende Feststellung von Geschäftsführer Stefan Munsch, 43 Jahre alt und Diplom-Ingenieur in den Fachbereichen Maschinenbau und Elektrotechnik. „Mit den richtigen Produkten und der richtigen Marktstrategie kann auch ein mittelständisches Unternehmen im Weltmarkt mitmischen“ – ein Satz, der weniger für Zweckoptimismus steht als vielmehr für den Alltag. Mit Spezialpumpen aus Kunststoff und Spezialmaschinen zum Schweißen von Thermoplasten haben die Westerwälder vor Jahren eine Marktnische besetzt und bis heute erfolgreich verteidigt. „Gegen den allgemeinen Trend konnten wir unsere Umsätze in den letzten Jahren steigern, haben in 10 Jahren 30 neue Mitarbeiter eingestellt“.
Der richtige Riecher
Vater Erich Munsch hatte 1964 einen guten Riecher, als er sich mit seinem Maschinenbauunternehmen zur Herstellung von Spezialpumpen aus Kunststoff selbstständig machte. Überall dort, wo Pumpen chemische „Extremwerte“ wie ätzende Säuren bei hohen Temperaturen fördern sollen, wurde die Munsch-Technik eingesetzt. Heute reicht die Palette bis zur Luftreinigung in der Halbleiterherstellung, die Reinsträume ohne jede Staubbelastung voraussetzen. In den Reinigungssystemen laufen weltweit Pumpen aus Ransbach-Baumbach. Aus seiner Arbeit heraus entwickelte Erich Munsch eine Maschine, mit der Kunststoff verschweißt werden konnte und schuf mit der Erfindung des Schweißextruders ein zweites Standbein.
Sprung ins eiskalte Wasser
Zwei Schwerpunktbereiche, die sich erfolgreich in Deutschland und am Weltmarkt behaupten konnten – bis heute. „Mit dieser Spezialisierung sind wir erfolgreich“, so Stefan Munsch, der 1993 das Unternehmen nach dem plötzlichen Tod des Vaters übernahm. „Mein Sprung ins kalte Wasser als Nachfolger wurde eisiger, als ich mir das vorstellen konnte.“ Eine Rezession und die nicht geregelte Unternehmensnachfolge mussten erst überwunden und geregelt werden.
Pumpen wie ein Ferrari
Damit der Erfolg auch künftig das Unternehmen begleitet, wurden starke Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft gesucht. „Wir arbeiten mit mehreren Hochschulen zusammen, haben eine enge Partnerschaft mit Einrichtungen wie dem Kunststoff-Center der HwK Koblenz, in dem unsere Mitarbeiter ständig geschult werden, in dem aber auch unsere Neuentwicklungen
eingesetzt werden.“ Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit nutzt das Unternehmen unmittelbar. Gerade die eigene Entwicklung ist ein „weites Feld“ mit großem Zukunftspotenzial, „denn die Entwicklung neuer Kunststoffe und deren Einsatzmöglichkeiten laufen längst auf höchstem Tempo.“
„Bildung ist Herzenssache!“
Ein großes Anliegen ist Stefan Munsch die Ausbildung. Hierbei lobt er das duale Ausbildungssystem, weist dabei aber darauf hin, „dass die Berufsschulen fester Bestandteil unseres Bildungssystems bleiben und nachhaltig gestärkt werden müssen.“ Kritik übt er an Überlegungen der Politik, auf Kosten der Hochschulen zu sparen: „Das Hoch im Norden hat nur Bestand, wenn der Nachwuchs gut ausgebildet wird. Deshalb bilden wir selber aus.“
Internet: >> www.munsch.de
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