Probleme in der Lehre - neues Konzept der HwK Koblenz kann helfen
Nicht jedem fällt die Lehre leicht. Unterschiedliche Gründe können Ursache sein, warum man sich in der Berufsausbildung, in Betrieb oder Schule, nicht wohl fühlt. Gesundheitliche Probleme, doch die falsche Berufswahl, Überforderung, persönliche Probleme auf dem Weg zum Erwachsensein, Unstimmigkeiten mit Kollegen oder dem Ausbilder sind nur einige Punkte, die dazu führen können, über die vorzeitige Beendigung der Lehre nachzudenken.
Der "Abbruch" der Lehre kann eine sinnvolle Entscheidung sein, wenn sie durchdacht ist und damit eine Verbesserung der Ausbildungssituation verbunden ist. Verhindert eine Allergie die Fortführung einer Ausbildung in einem bestimmten Beruf, macht ein Wechsel in einen anderen Beruf Sinn. Bietet sich die Möglichkeit, in eine näher am Wohnort gelegene Ausbildungsstelle zu wechseln, ist die Beendigung des "alten" Lehrverhältnisses rational. Auch unüberwindliche Probleme mit Kollegen oder dem Ausbilder, machen das Lernen schwierig. Auch hier kann ein Wechsel in einen anderen Ausbildungsbetrieb sinnvoll sein.
Auch bei andauernden und massiven Problemen, dem Ausbildungsstoff in Betrieb und Schule zu folgen, muss überlegt werden, was tun. Wenn in der Zwischenprüfung festgestellt wird, dass die Leistungen nicht den eigenen Ansprüchen oder den Erwartungen von Betrieb und Eltern entsprechen, wirft mancher vorzeitig die Flinte ins Korn und bricht, ohne sich vorher um seinen weiteren Verbleib zu kümmern, die Lehre ab. Dabei steht ein umfangreiches Hilfsangebot für alle Fälle der Schwierigkeiten in der Ausbildung zur Verfügung. Dieses Angebot unterstützt auch die Betriebe, für die der Verlust eines Lehrlings ein Problem darstellen und auch Fragen an die innerbetrieblichen Strukturen stellen kann.
Die Handwerkskammer Koblenz führt einen Modellversuch durch, um in allen Fällen des "Lehrabbruchs" den betroffenen Jugendlichen und Betrieben Unterstützung anzubieten. Zwei "Mentoren" stehen den Betroffenen zur Verfügung, um im Fall von Problemen in der Ausbildung gemeinsam zu überlegen, welche Chancen bestehen, die bestehende Ausbildung erfolgreich zu beenden oder welche sinnvollen Alternativen ergriffen werden können. Ziel ist, möglichst jedem Jugendlichen zum erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung zu verhelfen. Hierzu arbeiten die Mentoren eng mit allen Institutionen zusammen, die in der Berufsausbildung, aber auch im Bereich der Jugendhilfe engagiert sind. Ein enges Netzwerk soll dazu beitragen, dass kein Jugendlicher unbemerkt das System der Berufsausbildung verlassen kann und Gefahr läuft, als Ungelernter sich seine Zukunftsperspektiven zu verbauen.
Das Projekt wird mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds, des Ministeriums für Arbeit, Soziales Familie und Gesundheit Rheinland-Pfalz und der Handwerkskammer Koblenz finanziert.
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Koblenz: Ausbildungsberatung Tel.: 0261/398-225
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